Die zehnte Vollversammlung des Behindertenbeirats der Landeshauptstadt München tagte am Freitag, den 06.10.2017 im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Erstmalig wurde diese Veranstaltung mit einer simultanen Schriftdolmetschung durchgeführt, so

dass Menschen mit Höreinschränkungen das Gesprochene auf der Leinwand mitlesen konnten.

Bürgermeisterin Christine Strobl eröffnete die Versammlung, bei der über 100 Mitglieder des Behindertenbeirats und zahlreiche Interessierte teilgenommen haben. In ihrem Grußwort würdigte Bürgermeisterin Strobl die Arbeit des Behindertenbeauftragten und des Behindertenbeirats. Der Behindertenbeirat sei ein Beirat mit Fachleuten, auf dessen ehrenamtliches Engagement zur Weiterentwicklung der Fachpolitik die Landeshauptstadt München angewiesen sei. Die Bürgermeisterin hob hervor, dass die Menschen mit Behinderungen eine wesentliche Bevölkerungsgruppe in München sind.

VV 2017

Quelle: Boris Kuhn

Sie würdigte den 2. Aktionsplan an dessen Erstellung der Behindertenbeirat und der Behindertenbeauftragte mit dem Koordinierungsbüro zur Umsetzung der UN-BRK zusammen arbeiten, damit die Landeshauptstadt München zu einer „Stadt für Alle“ werden kann.

Von den teilnehmenden Menschen mit Höreinschränkungen wurde die hervorragende und klare Artikulation der Ansprache von Bürgermeisterin Strobl besonders gelobt.

Die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Deutschland und Bayern stand ebenfalls auf der Tagesordnung der Vollversammlung des Behindertenbeirats. Constantin Grosch, Inklusionsaktivist und Kreistagsabgeordneter aus Hameln, bezeichnete in seinem interessanten und fesselnden Vortrag, das Teilhabegesetz lediglich als „Reform“ der Sozialgesetzgebung und kritisierte die fehlende Umsetzung zahlreicher Forderungen der Behindertenbewegung.

Außerdem berichtete er über die Durchführung vonSkandal-Kampagnen“ zur Unterstützung der Interessen der Menschen mit Behinderungen und ihrer Rechte. Mithilfe der schnellen Verbreitung über die Sozialen Medien (Internet), können heute in kürzester Zeit viel mehr Menschen mit und ohne Behinderungen erreicht und aufmerksam gemacht werden als früher.

Die Vorsitzende des Behindertenbeirats, Nadja Rackwitz-Ziegler, betonte wie wichtig es sei, dass sich alle Münchner Bürgerinnen und Bürger mit Behinderungen im Behindertenbeirat aktiv einbringen, damit die Stimme der über 150.000 Menschen mit Behinderungen in der Stadtgesellschaft nicht untergeht.

Der Behindertenbeauftragte, Oswald Utz stellte seinen fünftenTätigkeitsbericht vor und forderte dringend die konsequente Auseinandersetzung mit den Themen Bildung, Arbeit und Wohnen für die Menschen mit Behinderungen in München.

Der Behindertenbeirat ist ein ehrenamtlich arbeitendes Gremium, in dem Menschen mit und ohne Behinderungen mitwirken. Der Beirat besteht seit über 40 Jahren und arbeitet aktuell in acht Facharbeitskreisen. Die Mitglieder des Behindertenbeirats vertreten die Interessen von Menschen mit Behinderungen sowie deren Angehörigen in der Landeshauptstadt München.