Unsere erneute Forderung liegt der MVG vor

Seit vielen Jahren setzt sich der FAK Mobilität für das Dauerkneeling (Absenken der Busse an jeder Haltestelle, damit Menschen mit Behinderungen, älteren Menschen und letztlich allen Menschen der Einstieg in die Busse erleichtert wird) ein. Die MVG lehnt dies bis heute ab.
Andere Städte – z. B. Berlin - haben sich längst dazu entschlossen.
 
In unserer letzten Stellungnahme im August 2017 haben wir zum wiederholten Male unsere Argumente zusammengefasst.
 
Das Dauerkneeling ist gegenüber dem Bedarfskneeling in der Praxis für Fahrgäste und Busfahrerinnen und Busfahrer leichter durchzuführen. Beim Bedarfskneeling muss der Fahrgast der Busfahrerin / dem Busfahrer anzeigen, wenn er das Kneeling benötigt wird. Hat der Bus die Haltestelle bereits angefahren und die Türen geöffnet, kann der Bus nicht mehr abgesenkt werden. Die Türen müssen erneut geschlossen werden; erst dann kann das Kneeling ausgelöst werden. Dies ist ein aufwändiger und zeitraubender Vorgang. Dieses Problem wird auch nicht gelöst, wenn an bestimmten Haltestellen “Dauerkneeling” vorgehalten wird.
 
Fahrgäste, die über diesen Ablauf nicht informiert sind, sind irritiert und verhalten sich u. U. nicht im Sinne des geplanten Ablaufs, was zu Unmut auf beiden Seiten führen kann.
Fahrerinnen und Fahrer, die sich auf das Fahren konzentrieren müssen, sollen an den Haltestellen ohne Dauerkneeling einen möglichen Bedarf erkennen, um Verzögerungen zu vermeiden. Dies ist für beide Seiten unzumutbar und reine Theorie. Evtl. Behinderungen können nicht durch einen Blickkontakt ausgemacht werden. Es ist auch unbestritten, dass dem Personal verbindliche Anweisungen auferlegt werden müssen; ansonsten führt dies zu einer höheren Fehlerquote.
 
Nachdem die LHM es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Forderungen aus der UN Behindertenrechtskonvention im Rahmen von Aktionsplänen (derzeit wird an der Fortschreibung des 1. Plans gearbeitet) umzusetzen, ist es aus unserer Sicht unumgänglich, dass auch die MVG mit gutem Beispiel vorangeht. Nur wenn alle Fahrgäste gleich behandelt werden, fühlen sich Menschen mit Behinderung in diesem Bereich nicht weiter diskriminiert. Dabei muss auch erneut darauf hingewiesen werden, dass nur ein Teil der Bushaltestellen barrierefrei nutzbar ist, nämlich nur, wenn die Haltestelle präzise angefahren wird und sie entsprechend gebaut ist. Auf die nicht vorhandene barrierefreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der U- Bahn und Tram-Bahn sei auch hier hingewiesen, da die Maßnahmen im Kontext gesehen werden müssen.
 
Fazit: das Dauerkneeling einzusetzen ist eine Frage des Respekts gegenüber Menschen mit Behinderung und alten Menschen und ist mit keinem besonderen Aufwand verbunden.
 
Anregung zur Kostenminderung
 
Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass das Dauerkneeling zu höheren Kosten führt. Verbesserungen sind in aller Regel mit Kosten verbunden. Man kann aber auch Kosten sparen: die Stadt Bochum setzt eine Prämie für ihre Fahrerinnen und Fahrer aus, die den Spritverbrauch reduzieren. Dies wäre eine gute Maßnahme für die Umwelt und senkt nachweislich die Kosten.